© Faruk Pinjo

Eine Gruppe von Privatiers brachte 2011 den Vorschlag ein, am östlichen Uferhang der Enns in Steyr eine Parkgarage zu errichten. Von dort sollte eine neue Brücke direkt ins historische Zentrum führen. Die Stadt unterstützte das Vorhaben, denn einerseits konnte so die seit längerem gewünschte Verbindung über die Enns in direkter Linie zwischen Bahnhof und Stadtplatz realisiert werden, andererseits lag in der Verbesserung des Parkplatzangebots in Zentrumsnähe eine Chance zur Stärkung der Innenstadt.

In einem Architekturwettbewerb wurde um Vorschläge gebeten, wie sich der Steg und die Fassade der zweigeschoßigen Hanggarage möglichst wirtschaftlich, nutzungsfreundlich und architektonisch elegant in den attraktiven Stadtraum fügen lassen. Unser Entwurf überzeugte die Jury mit einer sachlichen Konstruktion aus einem Hohlkasten auf einem exzentrisch angeordneten Pfeiler. Unkompliziert schafft der Steg die gewünschte Verbindung und sticht so präzise wie zurückhaltend in die denkmalgeschützte Stadtfassade am Ennskai. Die Feinheit wird möglich durch die kluge Statik der Brücke, die, im Osten eingespannt, auf der Altstadtseite nur einen geringen Teil der Lasten abzutragen hat.

Die städtebauliche Einbettung weiß mit den für Steyr typischen großen Höhensprüngen umzugehen. Oben zeigt sich der Straßenraum als Aussichtsterrasse in die Innenstadt. Gut gesetzte Vertikalverbindungen über Lift und Treppe schaffen eine hochfunktionale Verbindung zwischen Dukartstraße, Parkgarage und Brücke. Der Stadtplatz ist im Nu erreicht. Die 260 Meter lange Fassade der Garage und der Ennssteg wurden als zusammenhängende Landschaft interpretiert. Durchgängig aus Cortenstahl gefertigt, lässt das warme, nuancenreiche Farbbild das Bauwerk zeitlos und selbstverständlich wirken: Der Gedanke, dass es den Ennssteg jemals nicht gegeben haben könnte, scheint fast absurd.

© Faruk Pinjo
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Ennssteg
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