Batschuns ist ein ländlicher Ortsteil von Zwischenwasser mit einer punktuellen Bebauungsstruktur. Die bestehende Kirche mit Friedhof von Clemens Holzmeister befindet sich in einem räumlich sehr offenen Bereich des Dorfes. Das Charakteristische am bestehenden Ensemble – Kirche und Friedhof – ist die klare Trennung der beiden Elemente. Beide sind selbstbewusst und eigenständig nebeneinander situiert, inmitten dieses sehr offenen Umfeldes. Eine solche Struktur kann nur durch eine selbstständige, reine Form weitergedacht werden. Die Friedhofserweiterung ist deshalb als eine solitäre Erweiterung neben den zwei bestehenden Elementen konzipiert. Das Konzept nimmt die Grundstruktur des alten Friedhofes auf, versucht sich aber formal vom Bestand zu lösen. Die traditionelle Art der Abgrenzung mit umfassenden Mauern wird durch die Schaffung eines raumdefinierenden, niedrigen Plateaus ersetzt. Das Ziel des Entwurfes sind einfache Wegstrukturen, welche der dörflichen Struktur entsprechen. Die bestehenden Wegverbindungen werden so weit als möglich aufgenommen und wo erforderlich ergänzt. Man gelangt sowohl über, als auch entlang des alten Friedhofs zu den neuen Grabfeldern.
Die Totenkapelle und die Urnenwand sind Teil der Friedhofserweiterung. Sie sind durch die homogene Verbindung mit dem raumdefinierenden Plateau funktionell wie auch formal Teil des Gesamten. Die Totenkapelle ist als introvertierter Kubus, mit gerichteten Lichteinlässen konzipiert. Ein Eichenholzstab in der Lehmwand bildet den Hintergrund, aus dem Dialog der beiden Elemente wird ein Kreuz.   Das Plateau, die Totenkapelle und die Urnenwand sind als reduzierte Kuben in Stampflehm ausgeführt, wodurch sie einen zurückhaltenden Hintergrund für die individuell gestalteten Gräber schaffen.  Das Material Lehm fügt sich durch seine dezent durchzogene Struktur homogen in den umliegenden Naturraum ein und verstärkt die Erdverbundenheit des erhabenen Plateaus, sowie den integrierten Elementen – Totenkapelle und Urnenwand.

© Bruno Klomfar
Friedhof Batschuns
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